Kirchheim unter Teck, 11.03.2023, von Anna Mirl, Tobias Zährl und Gerhard Köhrer

Sinnvolle Resteverwertung

Die schnellen Züge rollen bereits auf der neuen Bahnstrecke Wendlingen-Ulm durch den Boslertunnel. Die restlichen Mauern und Betonflächen auf dem ehemaligen Fertigungsgelände für die Tübbinge sind für die beiden Kirchheimer THW-Fachgruppen Schwere Bergung (SB) und Räumen (FG R) an diesem Zugdienst ein ideales Übungsgelände um mit ihren Geräten zu üben und ihr Können zu beweisen.

Noch vor kurzer Zeit war hier geschäftiges Arbeiten an der Großbaustelle der neuen Schnellbahnstrecke Wendlingen-Ulm im Rahmen des Gesamtprojekt S 21. Nun ist das Mobiliar abgeräumt, nur Betonwände und Betontrümmer zeugen noch von einstiger Größe. Genau der richtige Ort, um die Kernaufgaben der Schweren Bergung und der Räumgruppe zu üben welche nach dem Erdbeben in der Türkei und Syrien dort traurige Realität sind, nämlich Betontrümmer zu öffnen, klein zu machen oder anzuheben, damit Zugänge zu schaffen oder Gebäudeteile niederzulegen um weitere Gefahrenlagen zu entschärfen. Die Kameraden der Räumgruppe haben dafür mit ihrem Radbagger ein kleines Szenario aus den riesigen Betontrümmern vorbereitet.   Die Übungslage: Es werden eine Mutter und ihr Kind vermisst. Nach einer ersten Erkundung werden beide ausfindig gemacht, wobei die Frau von einer umfallenden Trümmerplatte begraben ist.Hier geht es nun mit schwerem Gerät an die Arbeit und damit direkt in die Ausbildung. Mit dem Kernbohrgerät, das Sondierungsbohrungen bis zu 60 cm tief in den Beton ermöglicht, werden erste Zugänge geschaffen, um mit dem Endoskop unter Steinplatten zu schauen oder Kontakt zu der Verschütteten aufzunehmen. Im nächsten Schrittt erfolgt dann die Menschenrettung / Bergung durch Sichern und Anheben von Trümmerteilen. Die Herausforderung hierbei an diesem Übungsgelände sind die realen Trümmerstrukturen ohne Übungskünstlichkeiten. Dabei können allerdings wie in der Einsatzrealität, auch Trümmer abrutschen und müssen bei jedem Arbeitsschritt gesichert werden. Um überhaupt an die eigentliche Bergungsstelle heran zu kommen, werden zuerst große Trümmerteile mit dem Abbruchhammer zerkleinert. Durch den Einsatz von hydraulischem Rettungsgerät, Kettenzug und Rüstholz zum Unterbauen kann schließlich die verschüttete Person aus den Trümmern geborgen werden. Die FG R hat in der Zwischenzeit mit ihrem Bergungsräumgerät Radbagger und dessen Vorbaugeräten hydraulische Schere und Bohrhammer eine noch stehende Betonstruktur der früheren Werksanlage niedergelegt. „Das Besondere hier in dieser Trümmerhalde sind die sehr realen Betonberge aus dem Abbruch, die durchaus den Zerstörungen nach Erdbeben oder Explosionen gleich kommen. Für uns war das eine tolle Übungsmöglichkeit, auch um immer wieder unseren erreichten Ausbildungsstand zu testen. Hat gut geklappt, großen Dank an alle Beteiligten!“, freut sich Anna M., Gruppenführerin der SB.


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