Kirchheim unter Teck, 12.09.2020, von Philipp Lichtmannegger und Gerhard Köhrer

(Funk-)Wellenreiten oder die Suche nach der perfekten Welle

Ohne Kommunikation keine Führung! Dieser Grundsatz gilt besonders in Pandemiezeiten, in denen es immer zu einer Einsatzlage kommen kann. Für die Kirchheimer Fachgruppe Führung und Kommunikation (FK) steht deshalb beim heutigen Zugdienst der Relaisstellenbau und eine Funkausleuchtung auf dem Ausbildungsdienstplan .

Herrliches Spätsommerwetter an diesem Samstag. Um 7:30 Uhr ist Dienstbeginn in der Unterkunft. Unter Einhaltung der Hygienebestimmungen des THW machen sich die Helfer der FK in ihrem Zeitfenster abmarschbereit, so dass ab 8:00 Uhr Platz ist für die nächste Fachgruppe des Ortsverbandes. Mit vier Fahrzeugen, aufgeteilt auf zwei Gruppen plus Übungsleitung heißt es: „Aufsitzen und Abrücken!“. Ausgestattet mit den Zielkoordinaten sowie drei mit Einsatzbefehlen gefüllten Kuverts werden die Zielstandorte angefahren. Nach einer kurzen Erkundung  des Aufbauplatzes und der Umgebung beginnen die Trupps mit dem Aufbau der Relaisstelle. 

Das Ziel eines Relais ist, die Reichweite von Funkverbindungen zu vergrößern, nicht oder schwer erreichbare Gebiete funktechnisch auszuleuchten sowie falls erforderlich, verschiedene Funkbetriebsarten miteinander zu verbinden. 

Übungsauftrag ist, 2m- und 4m-BOS-Analogfunk mittels einer so genannten RS2-Schaltung zu verbinden, so dass man vom 2m-Frequenzbereich in den 4m-Bereich (und umgekehrt) funken kann. Ebenso werden im digitalen BOS-Funk ein TETRA-Repeater und ein TETRA-Gateway geschaltet. Der Repeater verlängert die Reichweite des BOS-Digitalfunks in der DMO (Direct Mode Operation)-Betriebsart, das Relais verbindet den DMO mit dem TMO (Trunked Mode Operation)Modus. Nachdem die beiden beteiligten Trupps ihre Relaisstellen aufgebaut haben, ist testen angesagt: Kann man in jeder Richtung, wie vorgeschrieben, Verbindungen herstellen? Wie ist die Güte der Verbindung und wurden eventuell Fehler eingebaut? 


Wo gearbeitet wird, fallen Späne ….! Ein Fehler ist beim Trupp 2 gefunden worden. Dieser wird schließlich im Verlauf mehrerer Stunden, sogar noch im Nachgang des Dienstes ausfindig gemacht und behoben. Freude und Erleichterung bei den FK-Helfern. Deswegen üben wir ja!

Zusätzliche Aufgabe für die Helfer vom Trupp1: Der direkt nebenan liegenden Hohenneuffen ist mit Handfunkgeräten aller drei Kategorien (2m, 4m und Tetra) zu begehen und eine Funkausleuchtung zu machen: Wo ist die Gegenstelle erreichbar, wo nicht? Sind die anderen Trupps in weiterer Entfernung auch erreichbar? Funktionieren die Schaltungen wie vorgesehen? Funktionieren sie nicht nur auf der Bergspitze, sondern auch weiter unten auf dem Parkplatz, auf dem man Fahrzeuge abstellen kann? 

Nach Beantwortung dieser und weiterer Fragen wird die Übungsleitung zurückgebaut und eingerückt zur Unterkunft. Nach Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft erfolgt noch die Nachbesprechung auf dem Hof. „Wir haben heute wieder mal unser Können erprobt, neues gelernt, aber auch Fehler gefunden und behoben. Diese Erfahrungen zu machen, miteinander zu teilen auch bei schwierigen äußeren Umständen wie sie gerade sind und dabei die 'best practices' festzuhalten, das kann letztlich keine virtuelle Übung bieten!“ so die einhellige Meinung der beiden sichtlich zufriedenen Übungsleiter.



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