Schlierbach, 13.07.2019, von Anna und Nico Mirl

Schwer was los!

Mit den verschiedenen Geräten und Methoden werden am heutigen Zugdienst Trümmer bewegt und gekonnt gesichert. Auch das Schaffen von Rettungsöffnungen muss regelmäßig geübt werden, damit es im Notfall möglichst schnell geht.

Bei eingestürzten Gebäuden, wie es nach Gasexplosionen oder Erdbeben vorkommen kann, gilt es für die Einsatzkräfte des THW möglichst zügig Verschüttete aufzufinden und aus ihren lebensbedrohenden Situation zu befreien. Dabei muss jeder Handgriff sitzen! Deshalb üben die Bergungsgruppen an diesem Zugdienst das Schaffen von Rettungsöffnungen sowie das Bewegen von Lasten auf dem Trümmergelände der BRH Rettungshundestaffel Mittlerer Neckar e.V. in Schlierbach. Eine kleine Einsatzübung am Schluss quasi zur Überprüfung des Erfolgs der Ausbildung gehört natürlich dazu!

Aber zu Beginn des Zugdienstes heißt es erstmals „Ausbildung an Stationen“. Die THW-Helfer sollen dabei die Bedienung der verschiedenen Geräte und Techniken, die einer Bergungsgruppe im Einsatz zur Verfügung stehen, erlernen bzw. das bereits Bekannte wieder auffrischen. Bevor die Stationen eingeteilt und aufgebaut werden ist zuerst von den Helfern das Gelände zu erkunden. Das Ziel dabei: für jedes Hebegerät eine geeignete Einsatzstelle finden. Jedes Hebewerkzeug hat dabei bestimmte Vor- und Nachteile. „Mit einer Büffelwinde können Lasten schnell und einfach angehoben werden. Allerdings benötigt sie bereits einen relativ großen Spalt um sie ansetzen zu können.“ erklärt der Truppführer der Bergungsgruppe seinen Helfern. Arbeiten in Trümmern birgt immer die Gefahr des Ver- oder Nachrutschen von Trümmern. Deshalb ist neben dem Anheben der Lasten ein Schwerpunkt der Ausbildung auch das Absichern von Trümmern gegen verrutschen.

Bei Trümmerlagen wäre es für die Einsatzkräfte wichtig zu wissen, wie es unter den Trümmern aussieht. Gibt es Hohlräume? Liegen Personen darunter? Wo kann relativ gefahrlos schon schweres Gerät zum Anheben eingesetzt werden?   Die 2. Bergungsgruppe B2B, die seit dem 1. Juli 2019 nun im THW als Fachgruppe „Schwere Bergung“ geführt wird, setzt dazu heute das Kernbohrgerät unter realistischen Bedingungen für Erkundungsbohrungen ein. Was auf dem Hof so einfach scheint, wird auf dem Trümmergelände eine Herausforderung und es stellt sich beispielsweise die Frage: Woher bekommen wir genügend Wasser zum Ausspülen des Bohrschlamms? Wieviel Wasser verbraucht das Gerät überhaupt? Auch muss verhindert werden, dass der Bohrkern hinabfällt und zu einer Gefahr für die verschüttete Person wird. Alles das kann heute realitätsnah geübt werden.

Übung macht den Meister?

Sitzt das Geübte? Eine realitätsnahe Einsatzübung am Ende des Zugdienstes wird es zeigen! Auch Helfer aus der Grundausbildung (GA) sind daran beteiligt. Das Szenario: Nach einer Gasexplosion sind noch drei Personen vermisst und sollen durch die THW-Kräfte gesucht und gerettet werden. Bei der Erkundung werden die Personen tatsächlich schnell und souverän durch die Helfer gefunden. Eine Person befindet sich in einem instabilen Gebäude, zwei weitere werden im Trümmerfeld eingeklemmt aufgefunden. Während jeweils eine Bergungsgruppe unterstützt durch Helferanwärter aus der GA einen Verschütteten von den Trümmern befreit und zum Sanitätsdienst bringt, wird durch den ESS-Trupp das einsturzgefährdete Gebäude überwacht – schließlich geht Eigenschutz vor! Als die Freigabe zum Betreten des Gebäudes durch einen Baufachberater schließlich erteilt wird, können auch hier die Helfer zum Verletzten vordringen und ihn aus der Gefahrensituation befreien. Ausbilder und Gruppenführer sind mit dem heutigen Zugdienst sehr zufrieden. Die THW-Kameraden haben es wieder mal gut gemacht. Ein großes Lob allen!

Das THW Kirchheim bedankt sich bei der BRH Rettungshundestaffel Schlierbach für das zur Verfügung gestellten Übungsgelände.


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