Kirchheim unter Teck, 26.01.2018, von O.Kiedaisch & G.Köhrer

Mit Brücken Gräben überwinden! Stegbau zu sicheren Ufern.

Bei Naturkatastrophen wie Hochwasser und Erdrutschen werden Brücken oftmals davongeschwemmt oder so stark beschädigt das eine sichere Überquerung zu Fuß oder mit schweren Lastwagen nicht mehr möglich ist.

Dann sind die Spezialisten für behelfsmäßige Fußgängerüberwege und Brücken des Technischen Hilfswerk (THW) gefragt. Mit dem speziellen Stahlgerüst (EGS) oder der zerlegbaren Brücke aus Kirchheim können kaputte Brücken und Überwege provisorisch repariert oder sogar ganz ersetzt werden. Doch was ist, wenn nicht genügend der vorgefertigten Stahlteile vorrätig sind oder zu viele Brücken und Überwege ersetzt werden müssen? Diese Frage und die Bewältigung mit einer der möglichen Lösungen ist das Thema für die THW-Jugend an diesem Übungsabend.

Dazu stellen die Jugendbetreuer den Junghelfern aus der Jugendgruppe 1 und 2 eine Aufgabe: Über einen schmalen Bach soll in ca. 60 cm Höhe ein 10m langer Fußgängerüberweg gebaut werden. Dafür haben die Junghelfer nur Dielen, Rundhölzer und Arbeitsleinen aus dem Holzlager zur Verfügung. Die Uferböschung simulieren zwei Stapel Euro-Paletten.

Doch wie soll aus dem zur Verfügung stehenden Material eine Brücke werden?

Bei einer Länge von 12 Metern ist allen klar: In der Mitte wird ein Brückenpfeiler gebraucht der die Laufplanken tragen muss, damit diese sich beim Betreten nicht nach unten durchbiegen. Nach kurzem Überlegen kommen die Junghelfer auf eine Idee. Mit einem Zweibock wie schon mal von einigen der Junghelfer zusammen gebaut bei der Teamprüfung, diesmal aber in groß und mit Stützen damit er nicht umfällt, könnte es klappen. Aufgeteilt in mehrere kleine Gruppen beginnen die Jugendlichen ihren Plan in die Tat umzusetzen.

Während einige der neuen Jung-THWler sich zuerst einmal in der Kunst von Stichen und Bunden unterweisen lassen, bindet Team 1 den Zweibock zusammen und Team 2 und 3 fertigt schon einmal die Laufplanken als Fertigteile, damit diese nachher nur noch über den "Bach" gelegt werden müssen. Nachdem alle Fertigteile bereit sind, ist wieder die ganze Gruppe gefragt. Alle helfen mit den Zweibock aufzustellen und auszurichten, der mit einer Höhe von fast 6 Metern einiges an Gewicht auf die Waage bringt. Im Anschluss werden noch die Laufplanken eingebaut und zwei Arbeitsleinen links und rechts als sichernden Handlauf montiert und fertig ist ein begehbarer Übergang.

Sichtlich mit Stolz betrachten die Junghelfer ihr Werk. Doch allen liegt eine Frage auf dem Herzen: "Wird die Brücke auch halten, wenn gleich alle zum Gruppenbild drauf stehen wollen?"

Dazu betreten zwei mutige Freiwillige als erste die Brücke und setzen ganz vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Und nachdem die ersten zwei sicher an das andere Ufer gekommen sind, atmen die restlichen Junghelfer erleichtert auf und laufen stolz über ihre erste selbstgebaute Brücke. Mit Brücken Gräben überwinden! Nun wissen sie, wie das handwerklich gemacht werden kann!


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