Was sich in der Theorie einfach anhört kann sich jedoch in der Realität als zeitraubendes Problem entpuppen. Denn raue Fassaden, wenig Platz und unverhoffte Höhenangst sind nur ein paar der Faktoren die das ganze erschweren. Daher nutzt der ESS-Trupp des THW Ortsverbandes Kirchheim/ Teck beim Zugdienst an diesem Samstag die Möglichkeit mit der im benachbarten Technischen Zentrum stationierten Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim/ Teck Abteilung Stadtmitte das ganze zu üben. Ziel dieser Ausbildung bei annähernden Realbedingungen ist, den kompletten Prozess unterschiedlicher Befestigungsmethoden mit verschiedenen Voraussetzungen durchzuspielen damit auftretende Schwierigkeiten aufgezeigt werden.
Beim ersten Szenario ist das Kleben der Prismen in großen Höhen die Aufgabe. Hierfür bringen die Kameraden der Feuerwehr, die diesen Dienst gleichzeitig als Übung für ihre Drehleiter-Maschinisten nutzen, jeweils einen THW-Helfer oder -Helferin an die Spitze ihres Schlauchturms damit diese in gut 20m Höhe Prismen durch die am häufigsten genutzte Methode montieren können. Neben der richtigen Menge Kleber und dem richtigen Einsatz des dazugehörigen Aktivators ist die Kommunikation mit dem Bediener des Tachymeters am Boden hier das wichtigste. Denn das Prisma muss nicht nur am Schadensobjekt sicher haften und richtig ausgerichtet sein, sondern es muss natürlich auch für das lasergestützte Vermessungsgerät überhaupt erreichbar sein.
Als nächstes ist das Schrauben der Prismen auf hölzernen Untergrund dran. Hierfür muss an dem Balkon der Unterkunft des THW ein Holzbalken angebracht werden. Da gilt es besonders beim Anbringen der Prismen von unten an den Balken den Kampf gegen die Schwerkraft nicht zu verlieren. Besonders die Schrauben fallen einem hier besonders schnell aus den Händen, da diese bereits durch Akkuschrauber und Prisma belastet sind. Auch die Umfeldbedingungen wirken hier erschwerend auf die manuelle und geistige Konzentration, insbesondere wenn wie an diesem Zugdienst auf der anderen Seite des Hofes auf dem Boden lautstark das Dübeln in Beton geübt wird. Aber genauso ist es im Einsatzfall, wenn gleichzeitig gelöscht, gebohrt und andere Hilfeleistung stattfindet.
Bei schönstem Wetter gibt es zum Abschluss die Königsdisziplin im Prismen setzen, nämlich diese auf Waschbeton-Platten befestigen. Die extrem unebene Fläche bietet dem Kleber nur sehr wenig Haftfläche. Doch auch diese Herausforderung wird erfolgreich gemeistert und es stellt sich heraus, dass das Abbauen der Prismen hier fast die größere Herausforderung ist.
Unterm Strich sind sich alle Beteiligten am Ende des Tages einig, dieser Dienst hat sich gelohnt! Er bringt allen Übenden mehr Sicherheit im Umgang mit dem Material das zur Verfügung steht. Auch bringen solche gemeinsam durchgeführten, wenn auch von der Zielsetzung her unterschiedlichen Ausbildungen den teilnehmenden Helfenden aus den Blaulicht-Organisationen einen Zugewinn und sollten weiter gepflegt werden.
Daher ein großes Dankeschön an die Feuerwehr Kirchheim/ Teck Abteilung Stadtmitte die diesen Dienst so erst möglich gemacht hat.

