Kirchheim unter Teck 28.02.2018, von G.Köhrer

„Hier Heros Kirchheim an alle Stationen ….“

Heros und TETRA, MRT und HRT, Direct Mode oder Trunked Mode, Begriffe die sich für Außenstehende wie Götternamen aus der griechischen Mythologie oder Schlagworte aus der Welt von Computer-Nerds anhören, sind für eingeweihte THW-Sprechfunker durchaus bekannte und gängige Bezeichnungen von Rufnamen, Gerätearten und Betriebsformen im BOS*- Funk.

Für unsere „THW-Azubis“, also die Helfer in der Grundausbildung ist die Bereichsausbildung Sprechfunk ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Einsatzhelfer. Aber auch bereits aktive THWler müssen von Zeit zu Zeit ihre Kenntnisse wieder auffrischen. War bis vor etlichen Jahren der analoge BOS-Sprechfunk im 2m- und 4m-Band das Kommunikationsmedium schlechthin, so ist es heute bei einem Großteil aller BOS-Einheiten der digitale Sprechfunk, abhörsicherer und vielseitiger als früher im analogen UKW-Bereich.

15 Helfer aus verschiedenen Ortsverbänden wollen sich dafür weiterbilden. An 2 Abenden und einem Samstag sollen sie alles lernen, von der Theorie bis in die Praxis. Zuerst aber die Theorie: Digitalfunk-, Analogfunktechnik, Gerätebedienung, Funkverfahren, Funkbetrieb, Betriebsunterlagen, rechtliche Grundlagen und Bestimmungen. Keine leichte Aufgabe für Bereichsausbilder Jürgen Bogdahn vom THW Kirchheim diese trockene und doch auch recht anspruchsvolle Materie anschaulich und begreifbar zu machen. So ist er auch selber höchst gespannt, wie sein Bemühen in der praktischen Anwendung am darauffolgenden Samstag Früchte trägt.

Praxistest: Schiffe versenken über Funk- ein Funkspiel

Abgeschlossen wird die theoretische Funkausbildung am Samstag mit einem praktischen "Funkspiel": Schiffe versenken über Funk. Was sich im ersten Moment sehr spielerisch anhört, verlangt von den angehenden Funkern große Konzentration und strikte Einhaltung der Funkdisziplin. Da hier 6 Gruppen auf einem Funkkanal/Rufgruppe gleichzeitig immer in Paaren gegeneinander spielen und sich alle ein Kommunikationsmedium teilen müssen, ist die eigentlich simple Aufgabe nicht ganz einfach zu koordinieren. Im Gegensatz zu der jährlichen Funkübung mit Fahren nach Karte und Kompass ist das eine komprimierte Übung mit deutlich höherer Anzahl von Funksprüchen.

So können die Teilnehmer die theoretisch erlernten Inhalte direkt und zielgerichtet einsetzen und Erfahrungen sammeln, die bei starkem Kommunikationsaufkommen extrem wichtig sind. Und sie müssen sich "selbst koordinieren" und effizient arbeiten, da ja immer nur einer sprechen kann und die anderen warten müssen. Dadurch lernen sie eben auch, dass je effizienter sie arbeiten, desto mehr Funksprüche können alle umsetzen.

Jeder muss im Funkspiel öfters ran an die Geräte, muss Funksprüche aufnehmen, Teilnehmer rufen, konzentriert sein auf sein funktechnisches Gegenüber. Viele „rote Köpfe“ am Ende zeigen von der Anspannung. So kann es durchaus auch im Einsatzfall zugehen und natürlich nicht in geschützter Umgebung, sondern in extremen Lagen, bei Dunkelheit und Nässe. Da ist es wichtig, sein Gerät zu beherrschen, kurz und konzentriert eine Meldung abgeben oder zu empfangen. Die Bereichsausbildung Sprechfunk hat hier sicherlich für die Teilnehmer neue oder vertiefte Einblicke gebracht, so das Fazit von Jürgen Bogdahn am Schluß der Ausbiildung, Sie hat Ängste im Umgang mit Gerät und Funk abgebaut und Sicherheit in der Handhabung vermittelt. Nun heißt es für alle Teilnehmer dranbleiben und auch immer wieder beim Zugdienst im OV oder bei sonstigen Ausbildungen einen Einsatzstellenfunk von den Führungskräften einzufordern. Gelegenheiten dazu gibt es viele. Nur die Praxis bringt sichere Routine!

 

* BOS = Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben




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