Unter Führung des Zugtrupps des Technisches Zugs rücken die einzelnen Teileinheiten gestaffelt ab in Richtung der Einsatzstelle in Stuttgart-Feuerbach und arbeiten ihren erhaltenen Auftrag ab. Dabei kommen die speziellen Fähigkeiten jeder Fachgruppe zum Tragen, die sich im Ortsverband sehr gut ergänzen.
Als ersteintreffende Gruppe neben dem Zugtrupp übernimmt die Bergung die äußere Erkundung des fiktiv einsturzgefährdeten Industriebaus. Dabei wird das Augenmerk besonders auf mögliche Zugänge und bestehende Gefahren gelegt. Erst nach Freigabe des angeforderten Technischen Beraters Bau (TB Bau) sind einzelne Gebäudeteile betretbar und können erkundet werden.
Die Besonderheit des heutigen Zugdienstes: Es ist das erste Mal die Fachgruppe Ortung mit ausgebildeten Trümmer-Suchhunden zur biologischen Ortung von Verletzten im Einsatz. Die Einsatztaktik ist dementsprechend angepasst, um mögliche Geruchsspuren nicht durch die Anwesenheit von anderen Helfern zu verfälschen.
Der Trupp Einsatzstellensicherungssystem (ESS) übernimmt nach Rücksprache mit dem TB Bau das Einrichten des Messablaufs und die Überwachung des Gebäudes. Dadurch ist es möglich, eventuelle Bewegungen in den Strukturen des Hauses frühzeitig zu detektieren und bei Bedarf das Gebäude zu evakuieren.
Nachdem die ersten Verletzten geortet sind, geht es für die Helfer/innen der Bergung an deren Rettung. Die regelmäßige Rückmeldung der Lage an den Zugführer und den Zugtrupp sind für den Erfolg eines solchen Einsatzes unerlässlich, da hier die Informationen der einzelnen Gruppen zusammenlaufen.
Die ebenfalls eintreffende Fachgruppe Schwere Bergung unterstützt bei der weiteren Erkundung des Gebäudes und der Menschenrettung. Eine Besonderheit dieser Teileinheit: Sie verschafft sich unter Einsatz schwereren Geräts Zugang zu versperrten Räumen, um eingeschlossene Personen zu finden und zu retten.
Für die Versorgung der rund 50 eingesetzten Helfer/innen sorgt die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung. Für den Übungseinsatz baut und betreibt sie den Verpflegungsplatz inkl. der feldmäßigen sanitären Anlagen zum Hände waschen sowie die Essensausgabe. Angesichts der Temperaturen rund um den Gefrierpunkt sind alle froh, im warmen Zelt ihr Mittagessen einnehmen zu können.
Gegen 14.30 Uhr sind alle Verletzten dem Rettungsdienst übergeben und der Einsatz beendet. Nach dem Rückbau und einer kurzen Nachbesprechung in den einzelnen Gruppen, sind sich alle einig, dass der Zugdienst die Zusammenarbeit zwischen den Gruppen erfolgreich trainiert hat. Weitere Schwerpunkte einer großangelegten Übung sind außerdem die Kommunikationswege sowie die Absprachen vor Ort zu Erkundungsvorgehen oder auch die Ordnung des Raums.
Auch die Übungsleitung (bestehend aus Gini W., Jürgen B. und Anna M.) ziehen ein positives Fazit: „Der Aufwand zur Vorbereitung hat sich definitiv gelohnt und wir als Technischer Zug wissen damit, auf welche Aspekte in Zukunft noch in der Ausbildung eingegangen werden sollte und was schon sehr gut lief.“
Ein besonderer Dank gilt den Mimen aus der Grundausbildung für ihr Durchhaltevermögen und Geduld. Der Baufirma JMS Abbruch danken wir für Bereitstellung des Geländes und der IT Baden-Württemberg (BITBW) und dem Premier Inn Stuttgart Feuerbach Hotel für die Möglichkeit die Infrastruktur vor Ort zu nutzen.

