Kirchheim unter Teck, 09.03.2019, von Nico Mirl, Michael Koch und Gerhard Köhrer

Gemischtes Doppel: Theorie und Praxis beim Zugdienst

Theorie und Praxis für die beiden Bergungsgruppen, die Fachgruppe Führung und Kommunikation und die Räumguppe des THW Kirchheim.

Am Zugdienst vom 09.03.19 üben die beiden Bergungsgruppen gemeinsam mit dem ESS-Trupp ein mögliches  Einsatzszenario. Für die meisten Helferinnen und Helfer des OV-Kirchheim beginnt der Zugdienst zunächst wie auch bereits die letzten beiden Zugdienste mit theoretischem Unterricht. Die Bergungsgruppen üben das Erstellen von Lagekarten mit taktischen Zeichen. Dabei wird die erste Phase der Bergung, die Erkundung in Trupps aus 2-3 Helfern geübt. Für einen fiktiven Sturmschaden in einer Straße sollen die Trupps die Lage vor Ort möglichst genau für die Einsatzleitung aufzeichnen. Das beinhaltet die möglichen Gefahren, die Anzahl der vermissten Personen sowie das Ausmaß des Schadens an den Gebäuden. Dies alles wird aufgezeichnet und in einer anschließenden Lagemeldung an die Führungskräfte gemeldet.

 

Im nachfolgenden Praxisteil des Dienstes wird dann die Rettung einer eingeklemmten Person aus einer bereits teileingestürzten und weiterhin einsturzgefährdeten Scheune durchgeführt. Mit dem EGS wird hierfür aus einem nicht einsturzgefährdetem Bereich heraus ein Tunnel aufgebaut, um geschützt zu der Person vordringen zu können. Als zusätzliche Schutzmaßnahme der Einsatzkräfte, wird das Gebäude durch den ESS-Trupp auf seine Standfestigkeit überwacht. Die Schwierigkeit dabei liegt im fortlaufenden Aufbau des EGS, ohne den bereits damit aufgebauten und soweit gesicherten Teil zu verlassen. Konzentriert wird daran gearbeitet zur eingeklemmten Person vorzudringen. Es klappt, die Person wird geborgen. Aufatmen, Spannungsabbau, Lob vom Ausbilder. Insgesamt ist es gut gelaufen! 

 

Ausbildung der Fachgruppe Führung und Kommunikation (FGr FK)

Die Fachgruppe Führung und Kommunikation (FGr FK) übt beim Zugdienst den Bau von Relaisfunkstellen. Relaisfunkstellen dienen dazu die Reichweite von Funkverbindungen zu erhöhen. Eine Relaisfunkstelle sendet die empfangenen Funksignale erneut aus und kann somit genutzt werden um die Funksignale in Bereiche zu tragen in welche sie ohne die Relaisfunkstelle nicht gelangen können, beispielsweise auf die andere Seite eines Berges. Im Einsatzfall werden diese beispielsweise genutzt um die Kommunikation zwischen weit entfernten Führungsstellen zu ermöglichen.

Auch hier ganz vorne dran die “graue“ Theorie: Zuerst sind die theoretischen Grundlagen (physikalische Ausbreitungseigenschaften von elektromagnetischen Wellen, Konfiguration der Funkgeräte, Vorgehensweise zur Erkundung von Aufbauplätzen) zu lernen. Danach geht es an die Erkundung von möglichen Aufbauplätzen rund um Kirchheim. Nach der Rückkehr in die Unterkunft werden die Erkundungsergebnisse besprochen und die Helfer stärken sich beim Mittagessen für die bevorstehende praktische Übung. Am Nachmittag erhalten die Helfer dann ihre Einsatzaufträge und errichten zwei analoge Relaisfunkstellen und einen Tetra-Repeater (das digitale Äquivalent zur Relaisfunkstelle). Im Anschluss wird die sogenannte Funkausleuchtung geprüft. Hierbei wird das zu versorgende Gebiet mit Fahrzeugen durchfahren und geprüft ob eine Funkverbindung möglich ist. Falls hierbei Stellen entdeckt werden von welchen keine Verbindung möglich ist wird die Antenne der Relaisfunkstelle nachjustiert bis das komplette Gebiet versorgt ist. Am Schluss der Ausbildung sind sich alle FKler einig: Eine solche Ausbildung soll in Zukunft erneut durchgeführt werden um auch die noch verbleibenden möglichen Aufbauplätze im Ausrückbereich der Kirchheimer FGr FK kennen zu lernen. Schließlich muss im Einsatzfall die Kommunikation einwandfrei gesichert sein um die Einheiten zu führen.

Übungsziel der Fachgruppe Räumen: Was kann das neue Räumgerät?

Seit 3 Monaten gehört ein neuer Radbagger zu den “Räumern“ des THW Kirchheim. Zwar hat es seinen ersten Einsatz beim Brand Anfang Februar in Altbach schon hinter sich, aber trotzdem muss das neue Gerät  weiter erprobt, beherrscht und seine Fähigkeiten erkundet werden. Eine spannende Aufgabe für alle Helfer in der Fachgruppe Räumen. Am Anfang natürlich auch hier die Theorie. Was ist zu beachten? Wie sind die Lastenwerte? Wie werden die verschiedenen Anbaugeräte eingesetzt, usw.? Auf dem Recaro-Parkplatz gleich nebenan erklärt Schritt für Schritt, oder besser Schaufel vor Schaufel und Greifer vor Greifer Gruppenführer Tobi die Bedienung und das Ansprechen des Räumbaggers und lässt es von seinen Helfern austesten und ausprobieren. Schließlich sitzt alles bei den Geräteführern und der Bagger wird  verladen auf den Tieflader und ab geht´s in die Praxis bei der Fa. Fees, wo dankenswerterweise Grobmaterial, Feinmaterial und sonstiges Schüttgut nach Herzenslust gebaggert, geschüttet, sortiert und planiert werden kann. Auch der „Senior“ unter den Räumgeräten, unser zuverlässiger über 30 Jahre alte Radlader darf hier nochmals seine Fähigkeiten zeigen in direkter Konkurrenz zum Newcomer Räumbagger.


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