Kirchheim unter Teck, 08.06.2019, von Anna und Nico Mirl

Erste Hilfe für Fortgeschrittene

„WASB“, „cABC“ und „STU“, was ist denn das? Das fragen sich auch die Helfer der Bergungsgruppen an diesem Samstag . Schnell klärt sich auf: Alle drei Abkürzungen helfen bei der erweiterten Ersten Hilfe, die Inhalt des Zugdienstes am 08.06.2019 ist.

In vielen Einsätzen ist der Sanitätsdienst direkt zur Stelle und kann die Verletzten schnellstmöglich versorgen. Ist das aber aufgrund der Lage, z.B. in einem Trümmerfeld, nicht möglich, muss ein THW-Helfer zusätzlich zur Erstversorgung den Patienten auf kritische Verletzungen untersuchen und seinen Zustand einschätzen können.

Wie man dabei vorzugehen hat, erklärt der Ausbilder erst einmal in der Theorie. Damit die grundlegenden Maßnahmen leichter zu merken sind, wird unter anderem das Schema WASB genutzt. Zur Festigung dieses Wissens geht es mit praktischen Fallbeispielen weiter, die das Gelernte abfragen:
Ist der Verletzte wach, ansprechbar, reagiert er auf einen Schmerzreiz oder ist er vorkommen bewusstlos? Um nichts zu vergessen, erfolgt die anschließende Untersuchung strukturiert nach dem cABC-Schema: Hat der Patient kritische äußere Blutungen (critical bleeding), sind die Atemwege frei (Airway), atmet er normal (Breathing) und wie ist der Zustand seines Kreislaufs (Circulation)? Unter Beobachtung des Ausbilders wählen die Helfer nach der ersten Einschätzung die weiteren Maßnahmen, wie beispielsweise das Schienen des verletzten Knöchels oder die stabile Seitenlage. In einem Fallbeispiel besteht der Verdacht auf weitere, äußerlich nicht sichtbare Verletzungen und der Ersthelfer führt die vorher gelernte Schnelle Trauma-Untersuchung (STU) durch.

Während am Vormittag noch im Lehrsaal mit viel Platz geübt wurde, verschärfen sich am Nachmittag die Übungsbedingungen. Nach einem Hauseinsturz befindet sich eine Person noch im Kellergang des Gebäudes. In der Enge des dunklen Ganges muss ein Trupp zunächst mehrere Metallgitter entfernen, um sich Zugang zu der Person zu schaffen. Neben den eigenen Arbeitsgeräuschen wird die Geräuschkulisse durch weiteren Baulärm vom Tonband verstärkt und erhöht zusätzlich den Stresspegel. Bei der Person angekommen müssen die Helfer das am Vormittag Gelernte abrufen. Erst nach der Erstversorgung wird der Abtransport vorbereitet und die Person schlussendlich dem Rettungsdienst übergeben.

Holzbearbeitung war das heutige Thema bei der Grundausbildung (GA) von neuen Helfern, das mit einer Wandabstützung auch direkt angewandt wurde. Am Nachmittag wurde in der GA das bereits geschaffene Übungsszenario der Bergungsgruppen genutzt, um die ehemalige Teamaufgabe der Prüfung "Retten aus einem Kriechgang" zu üben.


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