Esslingen, 10.03.2018, von G.Köhrer

Abbruchgelände - ein Eldorado für alle THW-Bergungshelfer

Was für die Spanier vor 500 Jahren in Amerika die Suche nach Eldorado, der sagenhaften Goldstadt war, ist für ambitionierte THW-Bergungshelfer die Suche nach einem übungsmäßig geeigneten Abbruch-oder Trümmergelände.

Und es wird gefunden! Mitten in Oberesslingen werden im ehemaligen Weber-Areal mehrere Firmengebäude abgebrochen. Die Weilheimer Fa. FWA Fischer Abbruch GmbH & Co AG erlaubt den Zugang. Ideales Gelände für den heutigen Zugdienst der 1. und 2. Bergungsgruppe aus Kirchheim unter Teck, der 1.Bergungsgruppe aus Ostfildern und  Helfern aus der Fachgruppe Räumen, ebenfalls aus Kirchheim.

Anfahrt nach Esslingen. Vormittags steht umfassende Ausbildung an. Kleine Trupps üben im Wechsel unter sachkundiger Anleitung von erfahrenen Ausbildern und Helfern wie von außen in die Gebäude oder von innen in verschlossene Räume gelangt werden kann. Wand-/Deckendurchbrüche erfolgen mit dem elektrischen Aufbrechhammer, eingebaute Stahlgitter werden durchgeflext oder mit hydraulischer Schere/Spreizer sind Zugänge zu schaffen, alles natürlich mit der gebotenen Vorsicht. Hinter der Wand könnten sich ja Personen befinden, die nicht noch zusätzlich gefährdet werden dürfen. Einsetzender  Nieselregen schafft zusätzliche Erschwernisse, alles wird nass, dreckig und rutschig. Realitätsnah wie möglich eben, die Katastrophe findet eben nicht nur bei Schönwetter statt. Aus den geöffneten Räumen sind fiktiv Personen zu bergen. Dabei kommen bei Deckendurchbrüchen Dreibock und Rollgliss zur Anwendung, während wiederum beim Retten aus Höhen Hilfskonstruktionen und Ausleger mit dem EGS (Einsatzgerüstsystem) Satz 1 die Rettung bringen. All das, Handgriff für Handgriff wird wieder und wieder geübt. Im Einsatzfall muss es schließlich klappen!

Die Mittagspause kommt da gerade recht. Die Kameraden vom THW-Ortsverband Ostfildern sorgen hervorragend für das leibliche Wohl.

Für Nachmittag hat die Übungsleitung eine Einsatzübung aller Gruppen angesetzt. Auftrag ist das Erkunden/Auffinden von Vermissten, deren Rettung oder Bergung. Dabei sollen alle Gruppen aus den beiden Ortsverbänden eng zusammenarbeiten. 6 Personen werden in den Trümmern und Gebäuden vermisst. Die Suche beginnt. Unter einem Trümmerkegel wird  eine Person vermutet. Mühselig, Stein um Stein wird der Kegel von Hand abgetragen, die Person gerettet. Aus einem Lichtschacht sind Personen zu bergen. Das vormittags geübte kommt zur Anwendung. Dreibock und Rollgliss helfen bei der Rettung. Unter einer massiven Betontreppe ist eine Person eingeklemmt. Mit dem hydraulischen Spreizer erfolgt die Anhebung der Treppe, die Person wird herausgezogen. Über Leitern erfolgt der Zugang zum 1.Stock. Eine Person ist von dort zu bergen. In Sicherheit gebracht in Richtung Erdboden wird sie über eine konstruierte schiefe Ebene. Schließlich sind alle Personen geborgen. Übungsende! Stressig war es, nass sind alle, aber Spaß hat´s auch gemacht. Auch die Gruppenführer sind zufrieden. Wissen sie doch, dass im Einsatzfall es klappt. Hervorragend war auch die Zusammenarbeit der beiden Ortsverbände. Insgesamt waren 32 Helfer mit 6 Fahrzeugen im Einsatz.

Herzlichen Dank für die Organisation und das Übungsszenario an Anna Mirl, Jürgen Bogdahn und Tobias Zährl.

Ebenfalls herzlichen Dank auch an die Fa. FWA Fischer Abbruch GmbH & Co AG  in Weilheim/Teck für die wiederholte Erlaubnis, das Gelände in Esslingen benutzen zu dürfen.  


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