Kirchheim unter Teck, 23.09.2018, von O.Kiedaisch & G.Köhrer

24 Stunden unter Strom! Alarm für die THW-Jugend Kirchheim

Am Freitagabend zieht wieder einmal eine Gewitterfront über Kirchheim unter Teck. Hagel und Starkregen richten verheerende Schäden an. Einsatzkräfte erkunden bereits das Gebiet rund um Kirchheim unter Teck. Um den Betroffenen schnellstmöglich helfen zu können, wird im Ortsverband Kirchheim unter Teck der technische Zug THW-Jugend als Schnelleinsatzeinheit zusammengezogen.

So erklärt Jugendbetreuer Oliver Kiedaisch den angetretenen 21 Junghelfern und 11 aktiven Helfern die momentan bekannte fiktive Übungslage. Obwohl die Schnelleinsatzeinheit keinen Einsatzauftrag bekommen hat gibt es bereits viel zu erledigen. So werden zunächst die Bergungsgruppe 1 mit den erfahrensten Junghelfern und die schwere Bergung mit den noch etwas unerfahrenen, aber trotzdem hochmotivierten Junghelfern besetzt. Nachdem auch die Positionen von Trupp- und Gruppenführern mit Junghelfern besetzt sind, bekommt jede Gruppe noch einen zusätzlichen Gruppenführer aus den Reihen der aktiven Helfer als Verstärkung.

Ohmden muss gerettet werden

Auf dem Hof herrscht beim Einrichten des Feldlagers in den Fahrzeughallen emsiges Treiben, als es plötzlich heißt „Alarm, die Gemeinde Ohmden ist von der Außenwelt abgeschnitten.“ Die Wassermassen der letzten Nacht haben den Trinkbach so anschwellen lassen, dass er die einzige Brücke nach Ohmden weggespült hat. Bis die Fachgruppe Brückenbau eintrifft und eine provisorische Autobrücke bauen kann, muss die Bevölkerung über kleinere Stege zu Fuß versorgt werden. So die angenommene Einsatzlage.

Schnell laden die Junghelfer noch zusätzliche Rundhölzer, Dielen und Leinen auf die Fahrzeuge und dann setzt sich der Tross mit 6 Einsatzfahrzeugen in Bewegung. Einsatzort ist der Schieferbruch der Firma Kromer in Ohmden. Dort dient ein Grundwasserbecken als angeschwollener Fluss über den die Junghelfer ihre Stege bauen können. Unter der Führung der Gruppenführer Leif Schröter und Alexander Rode baut die Bergungsgruppe 1 ihren EGS-Steg im freien Vortrieb bis zum Mittagessen fertig und melden dann voller Stolz: "Aufgabe erfüllt!"

Aber auch die schwere Bergung ist nicht untätig. Unter der Führung von Gruppenführer Ben Höpper und Anna Mirl werden die am Vormittag vorgefertigten Teile nach dem Mittagessen unter den staunenden Blicken der eigentlich zum Fossilienklopfen anwesenden Steinbruchbesucher zu einem schwimmenden Steg zusammengesetzt. Voller Stolz können auch hier die Junghelfer trockenen Fußes über ihr Werk auf die andere Seite des „gefährlichen Flusses“ gelangen.

Ein Jugendhaus stürzt ein

Nach dieser erfolgreichen aber letztlich doch sehr anstrengenden Übung „Brückenschlag“ nutzen die Junghelfer die Wartezeit um sich mit Currywurst und Eistee im Ortsverband zu stärken und um sich für die kommenden Stunden auszuruhen. Schließlich ist immer noch Einsatzbereitschaft. Als die Dämmerung über den Ortsverband hereinbricht gibt's wieder Alarm. Nach einer kurzen allgemeinen Ansprache übergibt Betreuer Oliver Kiedaisch die Einsatzleitung an Jürgen Bogdahn und den Zugtrupp der für die Nachtübung mit aktiven Helfern besetzt wird.

Auf dem Weg zum Einsatzort, einem etwas außerhalb von Schlierbach gelegenen "Jugendhaus" ist dort die Lage noch unklar. Erst nach der Erkundung durch den Zugtrupp wird das ganze Ausmaß des Unglücks klar. Die Lage: "Das Jugendhaus war bereits vor dem Sturm durch die eigenständigen, nicht fachgerechten Umbauten der Mitglieder stark geschwächt. Am Tag nach dem Unwetter wollten die Mitglieder wohl noch einen Partykeller unter dem Gebäude ausbauen als dieses in sich zusammensackte", so die Meldung der EL an die Einsatzkräfte.

Schnell aber routiniert beginnen die mit Junghelfern besetzten Bergungsgruppen das Trümmergelände abzusuchen und können bald auch die ersten Opfer aus der Einsatzstelle geleiten. Dort warten zur Überraschung der Junghelfer an der Übergabestelle bereits Helfer und Helferinnen der Malteser- Bereitschaft aus Kirchheim unter Teck, die mit ihren ehrenamtlichen Fachkräften und einem Verbandsplatz die Übung der Jugendgruppe unterstützen.

Doch je weiter die Jugendlichen in die Trümmer vorstoßen, desto anspruchsvoller und komplizierter werden die Bergungsmaßnahmen. Hier muss ein Brandopfer vorsichtig mit der Trage über die Trümmer abtransportiert werden, dort ist jemand mit gebrochenem Bein und muss aus einem Schacht gerettet werden.

Um Mitternacht ist es dann geschafft, alle 14 Mimen sind wohlbehalten aus den Trümmern gerettet und professionell versorgt worden. Zufrieden verkünden Übungsleiter Markus Lottig und Einsatzleiter Jürgen Bogdahn das Ende der Übung. Bei der abschließenden Runde sind nicht nur die Junghelfer zu Recht stolz auf ihre erbrachte Leistung. Auch Ausbilder, Betreuer und aktive Helfer von THW und Maltesern haben nur lobende Worte für die jugendlichen Retter übrig.

Die Jugendgruppen des THW Kirchheim bedanken sich bei allen Helfern die uns bei unserer 24h-Übung so großartig unterstützt und diese dadurch erst ermöglicht haben. Ein herzliches Danke der Firma Kurt Kromer aus Ohmden und der BRH Rettungshundestaffel Schlierbach für die zur Verfügung gestellten
Übungsgelände. Außerdem gilt ein besonderer Dank den Mitgliedern der Malteser Jugend Göppingen und allen die sich als Mimen für unsere Nachtübung bereiterklärt haben.

Weitere Bilder der 24h Übung gibt es hier .....!

Bilder: R.Röhmer & A.Rode


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