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Helfer im Einsatz

Jahreshauptübung 2007


Külsheim, 28.-30. September 2007 - Im Mittelpunkt der so genannten Jahreshauptübung 2007 stehen eine ausgedehnte Nachtübung, Training an unterschiedlichen Stationen, Schulungen und ein Wettkampf.

Es ist dunkel und nasskalt, als die ehrenamtlichen Helfer aus dem Landkreis Esslingen auf dem Truppenübungsplatz Külsheim eintreffen. Bereits die Anfahrt über das Militärgelände ist ein kleines Abenteuer: Fernab jeglicher Zivilisation zieht der Konvoi durch dunkle Wälder und über Schotterpisten. Das Ziel ist ein alter Bauernhof, der als Unterkunft dient.

"Wir haben bewusst einen Truppenübungsplatz gewählt", erklärt der THW Übungsleiter Dustin Gottelt, der in wochenlanger Kleinarbeit diese Großveranstaltung maßgeblich organisiert und koordiniert hat. "Hier sind wir auch nachts ungestört und können auf dem vielseitigen Gelände reale Situationen nachstellen. Im Übungsdorf stecken wir sogar speziell dafür vorgesehene Häuser in Brand, um unter echten Einsatzbedingungen zu arbeiten." Was genau der Übungsleiter geplant hat, erfahren die Helfer erst mit dem Alarm um 23:34 Uhr. Doch vorab schminkt das RND-Team (Realistische-Notfall-Darsteller) des DRK 25 Statisten. Offene Knochenbrüche, Verbrennungen und hilflos schreiende Leichtverletzte machen die Übung täuschend echt und setzen die Helfer weiter unter Stress.

Per Funk wird dann "eine schwere Gasexplosion mit vielen Verletzten" durchgegeben. Es geht los. Systematisch und routiniert bereiten sich die Helfer auf ihre unterschiedlichen Aufgaben vor. Die aus DRK, Feuerwehr und THW bestehende Einsatzleitstelle verwertet die Informationen des Erkundungstrupps und koordiniert das weitere Vorgehen.
Unter Leitung des Owener Kommandanten Markus Taxis bekämpfen die Feuerwehrmänner aus Owen und Lenningen die lodernden Flammen. Helfer des THW Kirchheim und des THW Neuhausen leisten technische Hilfe, leuchten die Schadensstelle mit blendfreiem Licht, so genannten Power Moons aus und retten Verletzte. Die DRKler der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Weilheim, Lenningen und Kirchheim versorgen auf dem eigens dafür eingerichteten Behandlungsplatz (BHP 25) die verunglückten Personen.

Als alle Einsatzkräfte voll ausgelastet sind, erfolgt ein zweiter Alarm. "Schwerer Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen" lauten die kargen Angaben des Übungsleiters. Es müssen schnell Helfer von der Gasexplosion abgezogen und zum Unfall umorganisiert werden. "Jetzt sind Einsatzerfahrung und kluge Ressourcenplanung gefragt - eben Arbeiten am Limit", kommentiert DRK Bereitschaftsleiter Andreas Schober die erweiterte Aufgabenstellung.

Nach anstrengenden dreieinhalb Einsatzstunden sind alle Verletzen versorgt, das Feuer gelöscht und die Helfer zurück in ihrer Unterkunft. Schiedsrichter, die die Übung genau inspizierten, geben ein erstes Feedback und loben die Anstrengungen: "Obwohl wir in dieser Konstellation mit ganz unterschiedlichen Ortsgruppen aus dem Landkreis Esslingen noch nie zusammengearbeitet haben, verlief der Einsatz professionell und ohne größere Probleme."

Am Samstag trainieren die Ehrenamtlichen in Kleingruppen. Helfer üben die Verletztenrettung aus Höhen und Tiefen. Dabei wird eine spezielle Seilkonstruktion installiert, mit dessen Hilfe rund acht Meter Höhenunterschied sicher überwunden werden können.
In der Ferne lärmen Motorsägen. Feuerwehrmänner und THWler kämpfen sich mit ihren Kettensägen und Schutzanzügen durch die kreuz und quer liegenden Bäume. "Gerade im Herbst und im Frühjahr haben wir verstärkt Windbruch-Einsätze. Da gilt es schnell die Straßen frei zu bekommen oder im Extremfall eingeklemmte Personen zu befreien. Die verkeilten Bäume stehen unter starker Spannung. Da muss jeder Schnitt sitzen." beschreibt der THW Stationsausbilder Christian Guilliard das rege Treiben im Wald.
Auf der Panzerteststrecke beweisen die Fahrer der Einsatzfahrzeuge ihre Geschicklichkeit und lernen dabei in Extremsituationen die Kontrolle zu behalten. "Steile Abhänge, schlammige Straßen und Wasserlöcher sind Hindernisse, die Einsätze weiter erschweren", sagt der THW Radlader-Ausbilder Bernd Klotzer. Mit seinen Schützlingen steuert er das schwere Bergungsräumgerät und die LKWs zielgenau über die kilometerlange Strecke.
Andere Teams bewegen mit Hebekissen, hydraulischen Zylindern und Seilzügen tonnenschwere Lasten.
Weitere Stationen sind die Brandbekämpfung, die Rettung aus Fahrzeugen mit Scher- und Spreizgerät, die Versorgung von Verletzten sowie das Abpumpen von Schmutzwasser. Der Ortsbeauftragte des THW Kirchheim Dr. Andreas Baumann zeigt sich begeistert: "Die Teams sind ganz gemischt zusammengewürfelt. Dadurch entsteht ein reger Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen den Hilfsorganisationen. Dass die Helfer sich persönlich kennen lernen, erleichtert die Zusammenarbeit im Notfall ungemein."

Der Wettkampf auf einem Hindernisparcours bildet den Abschluss des intensiven Übungswochenendes. Teams mit jeweils sieben Mitgliedern treten an, um Verletzte über Hindernisse zu retten. Dabei stehen ihnen nur die Hilfsmittel zur Verfügung, die sie selbst tragen können. Nass geschwitzt aber erleichtert berichtet eine Junghelferin nach dem Wettkampf: "Unter Zeitdruck und mit einem Verletzen an blanken Holzwänden hochzuklettern, über Baumstämme zu balancieren und unter Gittergeflecht hindurch zu kriechen ist schon stressig. Spaß hat es trotzdem gemacht und jetzt wird gemeinsam gefeiert."

Für reale Unfälle während den Übungen steht der Rettungs- und Notarztdienst des Landkreises Esslingen bereit. Ein leitender Notarzt und zwei Notärzte sind für den Fall der Fälle sofort mit zwei Rettungswagen zur Stelle. Glücklicherweise kamen sie bei der diesjährigen Übung nicht zum Einsatz.

Die Verpflegung der hungrigen Helferschar stellt in der dürftig ausgestatteten Feldküche eine logistische Herausforderung dar. THW Chefkoch Heiko Schmugge lässt sich trotzdem nicht aus der Ruhe bringen. Gelassen zaubert sein Koch-Team als Nachtisch Panna Cotta mit Kirschen. Für abgearbeitete Helfer genau der richtige Abschluss eines langen Übungstages.

Mit dabei waren:
DRK Bereitschaft: Kirchheim, Lenninger Tal, Weilheim
Feuerwehren: Lenningen, Owen
THW Ortsverbände: Kirchheim, Neuhausen, Widdern

Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung bei:

Bei den Pyrotechnikern aus Neuhausen, die mit ihrem Können für das richtige Ambiente sorgten
Bei den zahlreichen Mimen und Unfalldarstellern
Bei den Schiedsrichtern, die sich dieser undankbaren Aufgabe gewidmet haben
Ortsverband Geislingen
Ortsverband Göppingen
Ortsverband Gruibingen
Firma Leki
Firma Karosserie Faustmann

Nachtübung


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